16 März 2009

Viva Knepperges!

Eine Hommage an Rainer Knepperges. Oder: Über die Kunst, das Eigene mit fremden Worten auszudrücken und das Naheliegende im Entfernten zu finden. Auch die Form ist ein Zitat.

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Es gibt keinen besseren Weg, einen Text kennenzulernen, als den, ihn abzutippen. (Harun Farocki, Filmkritik 1977, S. 359. Zitiert von Rainer Knepperges in "The Green of the Grass. Harun Farocki in Filmkritik". Ins Englische übersetzt von Roger Hillman und Timothy Mathieson, ins Deutsche zurückübersetzt von The Wayward Cloud)

Man muss nur sehen, dass es immer zu jeder Zeit alle Möglichkeiten gibt. Man glaubt nur, man könne die im Moment nicht nutzen, weil die Mode anders ist. Das ist genau wie mit den gelben Telefonzellen, die ja angeblich deutschlandweit durch die grau-magenta Säulen ersetzt worden sein sollen. Aber man muss nur ein paar Kilometer aus den Städten rausfahren, dann stellt man fest, dass die gelben Zellen noch überall stehen. Die Telekom hat es mit ihrer Kampagne nur geschafft, sie aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verdrängen. Wir sind während der Dreharbeiten (zu Die Quereinsteigerinnen) sogar Dorfbewohnern begegnet, vor deren Haustüren gelbe Telefonzellen standen und die felsenfest davon überzeugt waren, dass es sie nicht mehr gibt. (Interview mit Rainer Knepperges über Die Quereinsteigerinnen im Freitag vom 25.8.2006. Hier kann man dabei helfen, die letzten gelben Zellen in Deutschland zu kartografieren)

Die Schöne und der Schatzinsel-Leser:
Nina Proll und Rainer Knepperges in Die Quereinsteigerinnen


5. Peter Nau: Spätlese (CICIM, Oktober 1998) "Ich war nierdergeschlagen und zerquält, aber auf unzusammenhängende, dumpfe Art. Ebenso gut wie einen Plan für die Zukunft hätte ich einen Elefanten hervorbringen können. Als ich die Fensterläden öffnete und in den düsteren, nassen, stürmischen Morgen hinaussah, als ich Zimmer um Zimmer durchmaß, um mich schließlich doch wieder zitternd am Feuer niederzulassen, dachte ich unaufhörlich, wie unglücklich ich sei, wusste aber kaum, warum oder wie lang ich es schon sei oder an welchem Wochentag ich diese Betrachtung anstellte oder wer ich selber sei, der sie anstellte." Verfalle ich in einen solchen Zustand, wie Charles Dickens ihn hier schildert, dann greife ich nach einem Text von Peter Nau, nach irgendeinem, ganz egal. Umgehend tritt Linderung ein. ("Bibliothek Götz. SGE-Autoren berichten über das Wertvollste aus ihren Bücherregalen: Lektüre, die Weichen gestellt und Persönlichkeit geprägt hat, und Gedrucktes, das als Sammlerstück zum Fetisch wurde", SigiGötz Entertainment, Die zehnte Spanne)

ZAUNGÄSTE – ZZA PLOTU beginnt vor einer Zoohandlung. Passanten kreuzen einzeln oder paarweise, gerade oder diagonal, die sonnige Straße. Und ein weißer Schmetterling fliegt durchs Bild. An diesem aber ist etwas Ungewöhnliches, das keinesfalls übergangen werden darf. Man könnte nämlich sagen, dass der Schmetterling genau den Moment abwartet, in dem die Szenerie plötzlich leer ist; als wolle er nicht, dass etwas von ihm ablenkt. Man könnte auch sagen, dass die Menschen und Autos dem Schmetterling kurz die Bühne überlassen - aus Respekt. Beides ist natürlich Unfug. Aber es ist das, was zu sehen ist: Eine sinnlos schöne, irrsinnig komplizierte Choreografie. Als begänne in diesem Ostseestädtchen wie selbstverständlich ein Oscarprämiertes Musical aus den Sechzigern, mit buntgekleideten Menschen und dressierten Insekten. (Über Matl Findels Zaungäste, 24 – Kinozeitschrift, zu erwerben bei antidot.jofer@web.de für 4 Euro)

Große Freiheit Nr. 7 (Helmut Käutner, 1944) – Hans Albers verliebt sich in Ilse Werner, und zwar ganz gewaltig. Da kommt Hans Söhnker daher. Ordentlicher Regen, Sauferei und Traum. Nie war das deutsche Kino französischer. Die Texte zu Werner Eisbrenners Liedern schrieb Käutner selbst. Eine Lust, eine Schwermut und eine Art zu sprechen wie hier, die gibt es erst wieder dreißig Jahre später in Rocker. ("Der Kanon des deutschen Films", SigiGötz Entertainment, Die zwölfte Fügung)

Das Filmemachen in Running Out of Cool, auch wenn es nur um die heiße Zeit davor geht: Es ist gegenseitige Überforderung, Reizung, Sex, Konkurrenz, Kumpanei. Die Lebenslust, die dabei sichtbar wird, verlangt eine irre Selbstbehauptung. Die läuft übers Sprechen. Und das ist natürlich keine gepflegte Mitteilungsform, sondern – wie bei Hawks – haarsträubende Action. Wer sich nicht um Kopf und Kragen reden mag, bleibt blass. Jean-Marie Straub war so wichtig, sagt Lemke, wegen der Art, wie Straub redet. Zum eigenen Schutz ist Lemke pseudoantiintellektuell. Aber seine Filme sind ohne Deckung. Als roter Faden gehen Geschichten von Jungs und ihren älteren Vorbildern durch das Oeuvre. Einen toll finden, selber toll sein wollen, darum geht's. Die verrückten Liebesgeschichten, die er erzählt, sind davon vollgesogen. Ich behaupte, dass seine feste Position im filmpolitischen Abseits da herrührt. Denn vom Überleben durch bloße Selbstbehauptung und durch deren ansteckende Ausbreitung zu handeln, ist nicht wirklich respektabel. In Lemkes Filmen sieht man, was sonst auf der Leinwand nie zu sehen ist: Leute, die rot werden. ("Leute, die rot werden". Erschienen in Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch)

If you don't read thrillers it might not be possible to understand why such a film deserves to be admired. I attain lightness of touch, pace, and a feeling of happiness when I succeed in throwing the washing into the machine, registering a letter at the post office and return to the laundromat at the very moment the tub stops rotating. Red Line 7000 (Howard Hawks, USA 1965) is about the stupidity of life, excessively, without letting itself be influenced by its subject. (Harun Farocki, Filmkritik. Zitiert von Rainer Knepperges in "The Green of the Grass. Harun Farocki in Filmkritik". Ins Englische übersetzt von Roger Hillman und Timothy Mathieson)

Kürzlich konnte ich nicht anders, ich musste einen Filmmonolog in seiner ganzen Länge abtippen: "Es war im Golf von Pueblo Hindenburg auf den Bahamas. Das war in der Zeit damals mit Orson. Eine leichte Brise trieb unseren Katamaran aus der Lagune in die offene See. Wir bemerkten es nicht. Orson hatte mir gerade das Boot abgewonnen. Ich hatte Full House mit drei Damen. Er einen Achterpoker. Jetzt ging es um meine Schwester in Paris. Plötzlich war Orson verschwunden. Die Saugnäpfe der Riesenkrake zogen den Lack vom Bootsdeck. Meine Freunde, die Eingeborenen, nennen sie die Neunschwänzige. Ich brüllte: Orson! Ich hatte einen Flash auf der Hand und das Boot gehörte schließlich ihm. Das Meer war wie Blei, auf dem das einzige Auge der Krake schwamm." So spricht 1968 der gesellige Bösewicht in Klaus Lemkes zweitem Film NEGRESCO**** (Drehbuch: Max Zihlmann). Serge Marquand, dessen stolzes Lächeln ungewöhnlich lange Zähne zeigt, hat die Synchronstimme Robert Redfords (Rolf Schult) und lässt sich ganz unbekümmert vorwerfen, die Geschichte habe er nun schon mehr als einmal erzählt. Gut gelaunt fährt er fort: "Es war der graue Kardinal, der gehasste Einzelgänger unter den Mörderrochen, wie ihn mir meine Freunde oft beschrieben hatten. Er segelte über mein Boot. Ich konnte das Glitzern seiner rasiermesserscharfen Schwertflossen wahrnehmen. Die Krake war wie gelähmt. Und so zerschnitt der graue Kardinal ihr das Auge. Die Südsee verwandelte sich in einen Vulkan. Wie Lava-Stöße stieß die verwundete Krake ihre Fangarme in den azurblauen Himmel der Südsee, doch unfähig, da blind, den Kardinal zu treffen. Plötzlich sah ich Orson. Die Neunschwänzige hatte ihn erwischt. Er wirbelte hoch, glitschte über das Deck des Bootes, kam vor mir zu liegen – und lachte!" ("Die Kraft gesprochenen Wortes", New Filmkritik 6.6.2008)

Vielleicht weiß nicht jeder, dass Zihlmann Drehbuchautor der ersten Filme von Thome und Lemke war. Howard Hawks und Waldfreibäder sollte eigentlich jeder kennen. (Rainer Knepperges und Christian Mrasek im E-Mail-Interview mit Thomas Willmann über ihre Einflüsse)

Nahe dem Busbahnhof lagen an meinem Schulweg zwei Kinos, in die, mittags unbeleuchtet, lange Gänge führten, mit viel Platz für Aushangkästen. Da die Kinos jeweils nur einen Saal hatten, war die Mehrzahl der Filmwerbung Vorankündigung. Das "Demnächst" war in diesen Foyers, was das "Amen" in der Kirche ist. Heute haben die allerwenigsten Kinos die Möglichkeit, auch nur für jene Filme, die gerade laufen, üppig mit Aushangfotos zu werben. Für Verheißung und Vorfreude fehlt völlig jeder Raum. In jeder Ecke stehen sogenannte Aufsteller rum, die der Blick nur müde streift. Ein Betrachten, wie es die lockenden Standfotos forderten, findet kaum mehr statt. Aber in die aufs Ungewisse, aufs Kommende gerichteten Kinoflure meines Schulwegs gerate ich manchmal noch im Traum. ("Demnächst", SigiGötz Entertainment, Die elfte Stufe)

Die Säle, die ich am häufigsten aufsuchte, waren die innerstädtischen Kinocenter, also eigentlich gar keine Säle, sondern zerlegte, umgebaute Nischen, Balkone, Keller- und Foyerecken, in deren verschlungenen Fluren aufgehängte Aushangfotos und Plakate zum Diebstahl einluden. Die aufregend engen Filme von Larry Cohen und Joe Dante, von Scorsese und De Palma konnten damals mitunter die Illusion erwecken, sie wären in diesen Kinos, gleichsam vor Ort, entstanden. Die Deckenverkleidung aus Kork in King of Comedy. Die orangene Palmentapete in Scarface. Das finstere Grinsen dieser Filme brannte sich ein, wie Feuer in die Wände von Katakomben. Den "offenen" und "großzügigen" Multplexen ziehe ich die Schachtelkinos bis heute vor. Dort, an Orten mit Namen wie UFA 7, habe ich noch nie daran gedacht, dass mir irgendwer den Zugang zu irgendwas versperren könnte. Der Erstickungstod im Arthouse ist mir jedoch gewiss, sollte ich da in was geraten, das einen Titel hat wie Die fetten Reichen sollten mal meine selbst entworfene Jugendbewegung kennenlernen. ("Neunzehnhunderteinundachtzig", SigiGötz Entertainment, Das siebente Verfahren)

In bisher ungeklärtem Zusammenhang empfehle ich diesen erstaunlichen Filmausschnitt auf der Webseite des Radiosenders WFMU. Es geht um Kartoffelsalat. ("Jungen und Mädchen und Kartoffelsalat", New Filmkritik 6.2.2009)

Die Gestalt des Todes in der Groteske des Mittelalters und der Renaissance schließt stets ein Element des Komischen ein (das gilt auch für die darstellenden Künste, zum Beispiel für Holbeins Totentanz oder für Dürer). Der Tod ist immer mehr oder weniger ein komischer Popanz. Spätere Zeiten und besonders das neunzehnte Jahrhundert verlernten es, das Moment des Lachens aus solchen Gestalten herauszuhören. Sie fassten diese Gestalten ausschließlich und einseitig auf der Ebene des Ernstes auf, wodurch sie verflacht und entstellt wurden. Das bürgerliche neunzehnte Jahrhundert hatte nur für das rein satirische Lachen Respekt, das im Grunde ein lachfeindliches, rhetorisches Lachen war: ernsthaft und belehrend (nicht umsonst wurde es mit der Geißel oder der Rute verglichen). (Michail Michailowitsch Bachtin zitiert von Rainer Knepperges in "Göttliche Komödie", New Filmkritik 20.9.2008)

Eine herrliche Angst ist das, wenn ich spüre, dass nun plötzlich nicht mehr die Bedrohung innerhalb des Films mich verängstigt, sondern der Film selber. ("Die Verdoppelung des heiligen Antonius". Über die 82. Minute von The Night of the Hunter. In: Minutentexte, hg. von Michael Baute und Volker Pantenburg)

In Deutschland gab es ja auch schon mal eine Zeit, als Sprechen als frohe Tätigkeit verstanden wurde. In den fünfziger Jahren wurden die besten Filme, nämlich die amerikanischen, von den Wenzel-Lüdecke Studios verteufelt gut synchronisiert. Dass zum Beispiel Marion Degler sowohl Sophia Loren als auch Audrey Hepburn ihre Stimme lieh, hatte für mich immer etwas von einem erotischen Mysterium. Damals wurde die Trennung von Sprache und Bild aufs Interessanteste vollzogen, weil die vertrauten Stimmen durch die unterschiedlichsten Filme geisterten. Meiner Meinung nach sollte man im Filmmuseum mal eine Reihe aller Filme zeigen, die Rainer Brandt durch seine Synchronisationen verbessert hat, die Bud-Spencer-Filme, Die Zwei usw. Das wären dann endlich mal wieder Ferien für die Sprache als Bedeutungsträger. (Interview mit Rainer Knepperges über Die Quereinsteigerinnen im Freitag vom 25.8.2006)

Wenn der Tod der VHS-Kassette nicht gebührend betrauert wird, dann aus Geringschätzung des Unbeabsichtigten ganz allgemein. Es gibt auf manchen alten Bändern dieses krude "Hintendran" und "Zwischendrin", das beim Überspielen ungewollt entsteht. Durch brodelnde Spratzer hindurch, aus elektrischen Wogen tauchen die Enden von Filmen auf, die man nie mehr sehen wollte. Wie Gespenster spotten sie: "Du wolltest mich vergessen, aber hier bin ich." Und manchmal freut man sich sogar. Die Rückseiten von Zeitungsausschnitten sind meist interessanter als die Vorderseiten, hat Farocki mal geschrieben. Wer, anders als die schweigende Mehrheit, seinen Videorekorder tatsächlich auch zum Aufnehmen zu gebrauchen weiß, der ist im Besitz solcher Kassetten, in denen sich Filmschlüsse abgelagert haben wie Erdschichten. In Stufen liegt da der Wandel im persönlichen Filmgeschmack offen zu Tage. Lehm, Kalk, Kohle unf Erz. ("Die Tiefe der Schublade", SigiGötz Entertainment, Die dreizehnte Wiege)

Während einer Reise ins Kino zu gehen hat mich noch nie enttäuscht. (Harun Farocki, Filmkritik 1975, S. 539. Zitiert von Rainer Knepperges in "The Green of the Grass. Harun Farocki in Filmkritik". Ins Englische übersetzt von Roger Hillman und Timothy Mathieson, ins Deutsche zurückübersetzt von The Wayward Cloud)

Vom Anlass der Reise und von meiner großen Freude,
dass die
Quereinsteigerinnen im schönen alten Clifton Kino
ein amerikanisches Publikum ordentlich zum Lachen brachten,
bleibt wie von jeder Freude nur die Erinnerung daran,
also nicht allzu viel. In weiser Voraussicht arrangierte ich deshalb
in der Leihbibliothek dieses Bild, das mich immer wieder neu erfreut.
("In Amerika", New Filmkritik 2.3.2008)


Dass die Leute in Uruguay den ganzen Tag im Cafe sitzen und alle Arbeit haben, das ist tatsächlich unwahrscheinlich. Unwahrscheinlich schön. (Rainer Knepperges und Christian Mrasek im E-Mail-Interview mit Thomas Willmann über ihre Einflüsse)

4. Elisabeth Volkmann in Klimbim. Durch sie nahm die Sünde Gestalt an, bekam ein Gesicht, eine Stimme und hatte Titten. Plötzlich öffnete "der Abgrund des Geschlechts sich wie der der Familie" (Walter Benjamin). ("In den Ecken war es rund. SGE-Autoren aus drei Generationen berichten über ihre persönlichen TV-Highlights", SigiGötz Entertainment, Das achte Zeichen)

In der Schnittphase unseres Films (Die Quereinsteigerinnen) sprach er (Klaus Lemke) mir goldene Trostworte auf den Anrufbeantworter: "Cowboy! Das Tal der Tränen ist etwas, durch das man durch muss. Film ist kein Mädchensport – kein klassischer Mädchensport." ("Leute, die rot werden". Erschienen in Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch)

Über die Cheeseburger, mit denen Paul Winfield das wütende Tier füttert, und darüber dass Marshall Thompson, bekannt aus Daktari, zigarrerauchend Truffaut zitiert, wäre noch viel zu sagen. (Kritik der Criterion-DVD von Sam Fullers White Dog, Cargo 01/2009)

Ich bin ohnehin gegen Recherche. Besser ist es, man stößt auf etwas, das am Weg liegt. Dabei kann man sicher sein, dass man nicht allein ist.
("Demnächst", SigiGötz Entertainment, Die elfte Stufe)

In meinem Heimatort, als mein Vater jung war, spielte man einem Betrunkenen, der am Kneipentisch einschlief, einen bösen Streich. Man löschte alle Lichter und tat in völliger Finsternis so, als streite man lautstark beim Kartenspiel. Der Geweckte musste glauben, er sei erblindet, und schrie vor Angst. Die Brüsseler Cinematek zeigt am Dienstag MATINEE (von Joe Dante, 1993) und THIRTEEN GHOSTS (von William Castle, 1960), am Donnerstag STRAIT-JACKET (1964), am Samstag ZOTZ! (1962) und HOMICIDAL (1961), am Sonntag THE NIGHT WALKER (1964) und HOUSE ON HAUNTED HILL (1959). Im Juni wird das Münchner Filmmuseum Filme von William Castle zeigen. ("Humbug, Grimasse und Tod", New Filmkritik, 16.3.2009)

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Dienstag, 17. März, 22.55 Uhr, 3sat: Die Quereinsteigerinnen von Rainer Knepperges und Christian Mrasek

Mittwoch, 8. April, 23.45 Uhr, ZDF: Dancing With Devils von Klaus Lemke

Kommentare:

D. Eschkötter hat gesagt…

Das Unmögliche: dem Liebenden ist es selbstverständlich.

(Über Helmut Färber im WDR, nochmal "In den Ecken war es rund. SGE-Autoren aus drei Generationen berichten über ihre persönlichen TV-Highlights", SigiGötz Entertainment, Das achte Zeichen; damals via V. Pantenburg, aus SigiGötz vorlesend. Und auch dort, zum Testbild, aber doch recht eigentlich darüber weit hinaus:)

Hier kann, zwar nicht gerade jetzt, aber schon bald vielleicht, alles passieren.

[Hier: oben, unten, hier passiert freilich - gerade jetzt - viel, sehr viel Schönes, und ich freue mich schon auf mehr, zB, schon bald vielleicht, anlässlich von "Dancing With Devils".]

V. Pantenburg hat gesagt…

Weil sie grad hier herumliegen und zudem in Erinnerung an meine philologische Vergangenheit kurz die Zitate aus DAS GRÜN DES RASENS. HARUN FAROCKI IN DER "FILMKRITIK" vor ihrer hin- und erneuten Rückübersetzung:

Man kann einen Text kaum besser kennenlernen, als daß man ihn abtippt.

Ein Kinobesuch mit einer Reise verbunden ist mir noch nie denebengegangen.

The Wayward Cloud hat gesagt…

Vielen Dank für die Zitate und philologische Quellenforschung. Hier meine drei schönsten nicht danebengegangenen Kinobesuche auf Reisen (Festivals zählen nicht):

Tomb Raider in Bergen/Norwegen
The Guardian von Andrew Davis in einer Shoppingmall in Funchal/Madeira
Hollywood Hong-Kong von Fruit Chan in Taipeh/Taiwan

Das hat viel mit dem McDonald’s-Effekt zu tun, dass man auch in der Fremde weiß, was man (auf dem Teller) hat. Man nimmt dann merkwürdigerweise das Fremde schärfer wahr, so wie man Regen oder Hagel am meisten liebt, wenn er aufs Dach prasselt.

"Viele Menschen empfinden beim Anblick niederprasselnden Hagels ein Gefühl, das sich als apokalyptische Euphorie beschreiben läßt. Ein Psychologenteam der Universität Carlsbad, New Mexico, hat dieser Tage nachgewiesen, daß mit dem unscharf definierten Gefühl eine präzise Vorstellung einhergeht: Die Welt würde mit Salz bestreut, wie ein gekochtes Ei oder eine Tomate, kurz bevor Gott hineinbeißt." (Rainer Knepperges: "Western Darkness", SigiGötz Entertainment, Die fünfzehnte Note)